Algarve Naturführer für Retreatreisen

Algarve Naturführer für Retreatreisen

Algarve - perfekt für ein Retreat im Einklang mit der Natur

Retreatreisen sind immer auch Reise in die Natur und nach Möglichkeit im Eiklang mit der Natur. Die Algarve ist auch deshalb eine der schönsten Regionen Europas für eine solche Reise. Die Vielfalt unterschiedlicher Umgebungen und die hohe Zahl und große Fläche geschützter Gebiete sind einzigartig. Beides zusammen führt zu einer enormen Vielfalt an Flora und Fauna.

Wir möchten dir deshalb in diesem Beitrag einen Überblick über die Regionen der Algarve mit Blick auf die Natur geben.

Der portugiesische Tourismusverband “turismo de Portugal” hat einen schönen Naturführer heruasgebracht, der online hier einzusehen ist. Diesen Guide können wir dir ebenfalls wärmstens ans Herz legen, wenn du Informationen zur Natur der Algarve, den Lebensräumen, Geographie und Topographie etc. suchst.

 

 

Respektiere die Natur und erhalte sie

Die Natur entdeckst du nicht am Bildschirm. Um wirklich zu erleben, worüber wir hier schreiben musst du den direkten Kontakt suchen. Reise an die Algarve und nimm sie mit all deinen Sinnen auf. Sieh dir Flüsse, Strände, Klippen, Gebirge, Wälder und Lagunen an. Höre dir den Wind und die Tiere dort an. Rieche die salzige Luft des wilden Meeres in Sagres und die heiße trockene Luft in den Tälern der Gebirgszüge. Fühle den Sand zwischen deinen Zehen und die Blätter der Bäume. Erinnerungen werden durch Fotos lebhafter. Vergiss also deine Kamera nicht. Vergiss aber bitte nicht, dass du zu Gast bist, in dieser schönen Natur. Viele Gebiet der Algarve stehen unter Naturschutz. Überall, aber insbesondere dort musst du dich an die Verhaltensregeln halten, damit sich die Natur ungestört entwickeln kann und für die ukunft erhalten bleibt.

 Wir sind sicher, dass du diese Regeln kennst und respektierst. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir sie hier trotzdem noch einmal kurz.
  1. Nimm nichts, was du in der Natur findest mit nach Hause.
  2. Folge den ausgeschilderten Wegen und verlasse diese nicht.
  3. Lass deinen Müll nicht liegen, sondern entsorge ihn in den dafür vorgesehenen Behältern.
  4. Störe keine Tiere und respektiere lokale Bräuche und Sitten, so wie das Eigentum anderer, wenn du in bewohnte und bewirtschaftete Gebiete kommst.

Die Algarve

Die meisten kennen die Algarve als Ziel für den Sommerurlaub am Strand. Aber wo liegt sie eigentlich genau?

Die Algarve ist die südlichste Region des portugiesischen Festlandes. Im Süden und Westen liegt der atlantische Ozean. Im Osten bildet der Fluss Guardiana seine Grenze und damit gleichzeitig die Grenze zum Nachbarland Spanien. Im Norden durchquert ein Gebirgszug die Region von Ost nach West und bildet die Grenze zur nördlich anschließenden Region “Alentejo”. Dieser Gebirgszug sorgte lange Zeit für eine faktische Trennung vom Rest Portugals und eine eigene Identität der Bewohner der Algarve. Portugiesische Könige nannten sich deshalb Monarchen Portugals und der Algarve. Auch für das ganzjährig milde Klima ist die Serra de Monchique mitverantwortlich. Kalte, feuchte Luftmassen aus dem Norden haben es schwer, diese zu überwinden und regnen sich oft schon ab, bevor sie die Algarve erreichen.

Die unterschieldichen geographischen Merkmale, die neben Gebirgslandschaften auch Ebenen, Lagunen, unterschiedliche Küstenregionen etc. umfassen sorgen für die unglaubig hohe Diversität in der Natur.

Die Algarve wird in drei große physiognomische Naturgebiete eingeteilt.

 

Küste

Die Küstenregion umfasst den gesamten Bereich in Meeresnähe und hat eine maximale Erhebungshöhe von 157m ü. NN.Das Klima variiert von sub-feucht in der Region der Costa Vicentina (ganz im Westen), überhalbtrocken bis trocken in der Kalksteinregion um Sagres bis trocken an der Südküste.

Barrocal

Das Barrocal ist die Region, die sich an die Küste im Landesinneren anschließt. Die kalkhaltigen Böden und das trockene bis sub-feuchte Klima dieser hügeligen Region mit Erhebnungen von bis zu 300m ü. NN ist enorm artenreich und für den Obstanbau geeignet.

Serra

Die Gebirgsregion besteht aus drei Gebirgen mit einer maximalen Erhöheung von 902m u.NN in der Serra de Monchique. Hier finden sich viele unterschiedliche Subklimata auf engstem Raum. Die Fauna ist hier sehr vielfältig und schließt u.a. auch Chamäleons und Wasserschildkröten, sowie die in den letzten Jahrzehnten wieder in ihr natürliches Habitat ausgewilderten Kaiseradler, den Fischadler oder den Iberischen Luchs.

Costa Vicentina

Die Costa Vicentina ist eine Hochebene, die östlich durch das Gebirge Serra de Espinhaço-de-Cão begrenzt und in Richtung Meer von Steilküsten durchzogen wird. Sie liegt ganz im Westen der Algarve und ist größtenteils unter Naturschtuz gestellt.

Je weiter man von Norden nach Süden kommt, nimmt die Feuchtigkeit des oft vom Atlantik her nebeligen Nordens der Region immer weiter ab. Dadurch vermischen sich auf diesem kleinen Gebiet enorm viele Lebewesen sowohl an Land als zu Wasser, die von mediterranen, atlantischen bis zu nordafrikanischen Arten reichen.

 

Südküste

Bei Sagres, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes biegt die Küstenline fast rechteckig nach Osten ab. Die Südküste Portugals beginnt hier. In den steilen Felsklippen wurden im Laufe von Jahrtausenden Höhlen ausgespült und Strände gebildet. Diese kleinen Strände liegen geschützt in den Buchten und sind so vor den hohen Wellen des wilden Atlantiks oft etwas geschützt. Auf den ca. 160km Küstenlänge werden die Klippen zunächst weniger hoch und steil und immer öfter auch von größeren Stränden unterbrochen. Östlich von Albufeira verschwinden die Felsen dann ganz und gehen bald in die Ria Formosa über. Die Ria Formosa ist eine natürlich Lagune, in der es eine enorme Artenvielfalt von unterschiedlichen Vögeln gibt. Neben verschiedenen Möwen und Reiherarten gehören auch das seltene Purpurhuhn und der Rosa Flamingo zu den Bewohnern dieses Gebiets. Im Winter finden sich zudem unzählige Zugvögel aus dem Norden Europas hier ein.

Auch das Mündungsgebiet des Grenzflusses Guadiana stellt ein Feuchtbiotop mit enormer Artenvielfalt dar, indem sich insbesondere Zugvögel zu den Zugzeiten aufhalten.

Barrocal

Das Barrocal ist die Region zwischen dem Gebirge und dem Küstenstreifen. Die Topographie ist durch ein welliges Profil geprägt. Die Hügel und kleinen Berge mit einer Höhe von maximal 500m sind meist sanft geschwungen. In der Nähe von Flüssen wurde im Laufe der Zeit jedoch auch teilweise steile Schluchten in den Boden gespült.

Das Klima im Barrocal ist durch seine Lage und Struktur das mediterranstte an der gesamten Algarve. Im Winter ist es hier besonders mild, im Sommer trocken und heiß. Dieses Mikroklima und die Bodenverhältnisse sorgen auch im hier dafür, dass einige an der Algarve heimischen Tier- und Pflanzenarten nur in dieser Region zu finden sind.

In den kulturell und ladwirtschaftlich nicht erschlossenen Tälern findet sich auch heute noch die ursprüngliche Vegetation aus Steineichen, Portugiesische Eichen, Ölbaumgewächsen und Gemeine Eschen. Buschwälder aus Sumachgewächsen, Kermes-Eichen, Myrten, Erdbeerbäumen und Schmalblättrige Steinlinden sind ebenfalls heimisch. Diese Bäume prägen wegen ihrer wirtschaftlich besseren Nutzbarkeit das heutige Landschaftsbild. Auch Wacholderwälder und mediterrane Wälder mit Olea und Ceratonia so wie die Johannisbrotbäume (Zeugen des langen, positiven Einflusses maurischer Völker auf die Kultur, Architektur, Sprache und Wirtschaft der Algarve), Ölbaumgewächse und die Zwergpalmen wachsen im Barrocal.

Der Carbonathaltige Boden lässt sich leicht von Regenwasser formen. So hat natürliche Erosion zu Landschaften von bizarrer Schönheit geführt. Wasserlöcher, Höhlen und Felsformationen sind bspw. in der Region nördlich von Loulé  (Varejota und Malhada Velha, Monte Figo und Rocha da Pena) zu finden und sind einen Besuch wert.

Das „Nave do Barão“ ist ein solches durch Erosion entstandenes Tal, in dem das Klima ausgezeichnet für den Obstanbau ist. Hier kommt die Blüte der Mandelbäume im Januar und Februar besonders schön zur Geltung. In den temprär vorhandenen Lagunen leben unterschiedliche seltene Amphibienarten.

Der Abschnitt des Barrocal zwischen der Küste und dem Gebirge „Serra do Caldeirão“ ist auf Grund seines kulturellen und natürlichen Erhaltungszustands seit Beginn des Jahrtausends unter Naturschutz gestllt. Dies schließt ebenfalls vier Grotten ein, in der ein großer Teil der Fledermauspopulation der Algarve lebt und eines der wichtigsten Brutgebiete für diese Tiere darstellt.

Serra

Die Serra (Gebirge) verläuft parallel zur Südküste und bildet die Grenzregion zum Alentejo. Sie schützt die Algarve vor kalten Winden und Regen aus dem Norde und ist somit für das Klima der Region von enormber Bedeutung.

Die natürliche Vegetation besteht überwiegend aus Korkeichen- und Steineichenwäldern sowie Erdbeerbäumen und Zistrosen. Obwohl die jährliche Niederschlagsmenge in der Serra höher ist, als in den südlichen Gebieten der Algarve speichern die Böden hier kaum Wasser. Das liegt an der Bodenstruktur aus Schiefer, die kaum Wasser aufnimmt. Ein Großteil der Wassermengen fließt deshalb ab. Lediglich die Region um Monchique bildet dahingehend eine Ausnahme. Der Boden ist hier vilkanischen Ursprungs. Er ist deshalb fruchtbarer und die stärker vorhanden Vegetation ist gleichzeitig ein Wasserspeicher für die Region.

In den letzten Jahrzehnten wurden vermehrt Eukalyptuswälder im Gebirge angepflanzt. Diese Monokulturen, die oft großflächig zeitgleich gerodet werden sorgen u.a. für eine erhöhte Erosion. Zudem handelt es sich dabei um sehr schnell wachsende Bäume, die dem Boden noch stärker als die natürliche Vegetation das Wasser entziehen. Diese Probleme, in Kombination mit oft mangelnden Brandschutzmaßnahmen führte in den letzten Jahren regelmäßig zu enormen Waldbränden.

Neben der Forstwirtschaft im großen Stil ist auch die in der überalterten Bevölkerung der Gebirgsregionen noch oft anzutreffen. Zudem werden in der Serra die Herstellung von Produkten wie Honig, Schnaps oder Käse und die Zucht von Ziegen, Rindern und Schafen ausgeführt. Die ehemals in der Region gezüchteten algarvischen Rinder und Ziegenrassen sind heute, im Zuge der Modernisierung und Optimierung größtenteils durch neuere “ertragreichere” Rassen ersetzt worden.

Guadiana

Ganz im Osten bildet die Region des Rio Guadiana, des Grenzflusses zu Spanien ein eigenes ökologisches System. Im Nrden ebenfalls durch den Gebirgszug und nach Westen bereits weit vom Atlantik entfernt, kommt hier kaum noch Niderschlag an. Entsprechend ändert sich die Vegetation mehr und mehr zu trockenheitsliebenden Pflanzenarten, je weiter man nach Osten kommt. Die Korkeiche ersetzt die Steineiche. Unterbrochen wird dieses Bild von den Zuflüssen zum Rio Guadiana. Hier finden sich wieder sattere Grüntöne.

Das Mündungsgebiet des Guadiane bildet das einzige Flussdelta in Portugal. Hier hat der Fluss eine Breite von 800m. Weiter nördlich kommt er auf eine Breite von ca. 100m auf algarvischem Terrain.

Der Guadiana ist auf ca. 70km länge von der Mündung mit dem Schiff befahrbar. Entsprechend hoch war seine Bedeutung bei der Besiedlung und kulturellen Entwicklung des Hinterlandes der iberischen Halbinsel. Die historische Feindschaft Portugals mit Spanien hat zu einer Reihe von Festungen entlang des Flusses geführt. Die Städte Castro Marim, Alcoutim und Mértola sind daraus entstanden und einen Besucht wert.

Der Guadiana, als einer der wenigen heute nicht industriell eingebundener und wirtschaftlich nicht ausgebeuteter Flüsse Europas, verfügt über eine bemerkenswerte Vielfalt an Süßwasser- und Wanderfischarten. Wegen des trockenen Klimas ist die Gegend dünn besiedelt, was der natürlichen Entwicklung von Flora und Faune behilflich ist. Folgerichtig wurde auch diese Region unter Naturschutz gestellt.

Wildkaninchen, Wildschweine, Rebhühner und Hase bewohnen die Region. Diese Tiere finden tagsüber in der Buschvegetation geeignete schattige Verstecke.

Das Meer

Das Meer wird als wichtiges Ökosystem der Algarve oft vergessen, obwohl es doch allgegenwärtig ist. Sprache, Geschichte und Kultur Portugals und besonders der Algarve sind eng mit dem Atlantik verknüpft. Das portugiesische Wirtschaftsgebiet, also das Gebiet, dem Portugal ein wirtschaftliches Nutzungs und Erhaltungsrecht zusteht liegt zu fast 95% auf dem Meer. Ein Gang über den Fischmarkt lässt erahnen, wie reichhaltig die Vielfalt der Meeresbwohner vor der portugieisischen Küste ist.

Vor der Küste der Algarve vermischen sich die warmen Gewässer des Mittelmeers mit kälteren Wassermassen des Nordatlantiks und des tropischen Atlantiks. Hier finden sich also oft Meeresbewohner sowohl nördlicher als auch tropischer Regionen.

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